Takanori Gomi blickt nach Vorn und Zurück auf seine bisherige Karriere:

Ein Reporter von Sherdog hat sich aufgemacht, um Gomi-San in seinem Dojo zu besuchen und ihm einige Fragen zu stellen. Hier muss noch angemerkt werden, dass das Interview 8 Tage vor der Zerstörung von Pride durch die ZUFFA-Krieger stattgefunden hat.

Interessanterweise wurde das Interview von der Hauptseite wieder entfernt. Glücklicherweise hat ein kluges Kerlchen das Interview kopiert und zu einem späteren Zeitpunkt im Sherdog-Forum wieder veröffentlicht. Aus welchem Grund das Interview auf sherdog.com verschwunden ist kann ich nicht sagen. Hauptsache es ist wieder aus seiner Versenkung aufgetaucht und somit kann ich euch mit den Informationen beliefern, nach denen wir schon lange gewartet hatten:

Es wird zuerst gefragt, wie denn die Vertragliche Situation aussieht, da man viel spekuliert hat, ob er denn nun vielleicht bei K-1 unterschrieben habe: „Ich kann leider meine vertragliche Situation nicht kommentieren. Diese Situation ist zu delikat.“

Auch ist sein Manager zu Gegen (Mr. Ichikawa), welcher ebenfalls auf die Frage eingeht: „Wir können leider die genauen Wortlaute seines Vertrages mit Pride nicht der Öffentlichkeit bekannt geben. Dies aus dem Grund, weil die Situation mit der neuen Besitzerin von Pride (ZUFFA) noch nicht geregelt ist.“

Gomi wird gefragt, weswegen er nicht einfach den Vertrag zerrissen habe um wie auch seine Ex-Kollegen (Mirko, Shogun, Henderson und Minotauro) neue Verträge mit der UFC ausgehandelt hat – Sein Manager antwortet: „Pride hat viel in Gomi investiert. Dadurch dass Gomi der Leichtgewichts Champion von Pride ist, wird er sogleich auch als Symbol und Repräsentanten von Pride angesehen. Aus diesem Grund ist seine Position ein wenig anders als bei den anderen Athleten.“ – Anmerkung von mir: Sowohl Mirko, Shogun als auch Henderson sind aktuelle Pride Champions – dies kann somit nicht der Grund sein…

Dem Interviewer wird klar, dass Gomi „kontrolliert wird“ und jede Aussage – sei diese noch so klein – hätte vielleicht grosse Auswirkungen auf seine Zukunft als MMA-Fighter in Japan. Aus diesem Grund ist man vorsichtig, was man ins Mikrofon spricht…

Auch Gomi macht dies Klar: „Hier geht es um meine Karriere. Und diese möchte ich auf der sicheren Seite wissen.“

Der Reporter möchte es genauer wissen und fragt nun nach den erhaltenen Angeboten. Erneut lässt Gomi seinen Manager Antworten: „Das einzige was wir hierzu sagen können ist, dass wir einige gute Angebote erhalten haben und diese nun überprüfen. Wir können jedoch noch keine Details aus den Verträgen an die Öffentlichkeit tragen.“

Angefragt, ob auch ein Angebot von der Ultimate Fighting Championship vorliegt: „Wir wurden von der UFC kontaktiert.“ – Mehr kriegte der Besucher nicht aus Ishikawa heraus.

Gomi selbst schien sich über das Angebot der UFC zu freuen: „Ehrlich gesagt fühle mich mich geehrt, dass mir eine Offerte von der UFC unterbreitet wurde. Ich bin auch persönlich bereit, im Oktagon zu stehen um zu zeigen, dass ich der beste in meiner Gewichtsklasse bin.“

Wir alle kennen Gomi praktisch nur aus seinen herausragenden Kämpfen in der Pride Bushido Serie. Die mittlerweile 9jahre dauernde Karriere des Fireball-Kid hat jedoch nicht bei Pride seinen Anfang genommen sondern bei Shooto-Japan. Gomi blickt zurück auf seine kämpferische Laufbahn:

„Mit 16 Jahren zeigte ich das erste Mal Interesse am Kampfsport. Ich begann mit Boxtraining und Ringen. Die UFC hatte schon einige Events auf die Beine gestellt und auch hier in Japan war MMA auf dem Vormarsch. Ich liebte es Legenden wie Rumina Sato im Ring anzuschauen und ich dachte, dass Shooto viel sportlicher war als andere, vergleichbare Organisationen.“

Der Kampf zwischen Gomi und seinem grossen Vorbild Sato sollte in absehbarer Zukunft stattfinden. Gomi hatte neun Kämpfe für Shooto bestritten und alle Fights gewonnen. Zu diesem Zeitpunkt war Caol Uno der Champion der Shooto Organisation. Uno hatte jedoch andere Interessen und wollte für die UFC kämpfen. Aus diesem Grund gab er seinen Shooto-Titel zurück. Nun war eigentlich ein Titelkampf geplant zwischen Takanori Gomi und Dokonjonosuke Mishima. Da sich jedoch Mishima verletzt hatte, sprang Sato für ihn ein.

„Dadurch dass Uno unsere Organisation verlassen hat, fühlte ich mich verpflichtet die Führungsposition der Shooto-Athleten einzunehmen. Ich glaubte daran, dass wenn ich den Titel erkämpfen würde – was mir schliesslich auch gelang – ich überall in der MMA-Welt als Athlet Anerkennung finden würde. Zu dieser Zeit war ich ein sehr vorsichtiger Kämpfer – ich wollte um keinen Preis einen Kampf verlieren. Aus diesem Grund waren meine Leistungen nicht überragend. Ich dachte schon ans aufhören; jedoch nachdem ich gegen Joachim Hansen meinen Shooto-Titel verlor, realisierte ich, dass es Zeit für mich war nach Amerika aufzubrechen. Mir war irgendwie bewusst, dass wenn ich weiter als Athlet wachsen wollte, musste ich die Shooto-Organisation verlassen, um meine nächsten Schritte zu gehen.“

Gomi kämpfte kurze Zeit für K-1 Max als Kickboxer, jedoch war sein Drang nach MMA noch lange nicht gestillt. Es folgte ein Angebot aus Hawaii – Die Organisation Rumble on the Rock wollte einen Kampf zwischen ihm und B.J. Penn Organisieren.

„Ich konnte diesen Kampf nicht ablehnen. Es war die erste Möglichkeit für mich in einem Käfig zu kämpfen und mein Gegner war einer der Top-Fighter der UFC. Ich musste herausfinden, wie gut ich war. Es war ein grossartiges Erlebnis. Obwohl ich zwar meinen Kampf gegen Penn verloren habe wusste ich nun, auf welchem Level man arbeiten musste. Ich realisierte, dass es da draussen wirklich kräftigere Athleten gab.“

Angesprochen, ob er gerne nochmals gegen Penn kämpfen würde, oder gleich gegen den momentanen UFC Leichtgewichts-Champion Sean Sherk: „Falls es die Möglichkeit gibt, dann mit Sicherheit. Selbstverständlich würde ich gerne gegen Sherk kämpfen, da ein dritter Gurt mir gut stehen würde. Er ist ein sehr guter Kämpfer, jedoch bin ich mir sicher, dass ich ihn besiegen kann.“

Das letzte Kapitel um Gomi’s MMA-Karriere wurde mit Sicherheit noch nicht geschrieben. Der ehemalige Shooto Champion und Pride Leichtgewichts Champion hat noch immer einen Siegeshunger:

„Ich hatte so viele gute Kämpfe in Japan. Vielleicht währe es gut für mich, erneut ins Ausland zu gehen um mich anderen Athleten zu stellen. Die Welt ist eine grosse Kugel und die Herausforderungen sind dort draussen. Als Japanischer Champion möchte ich ein gutes Vorbild sein für die kommenden Japanischen Athleten und beweisen, dass wir Japaner immer noch zu den besten Kämpfern der Welt gehören. Dies ist sehr Wichtig für mich.

Ich möchte daran erinnern, erinnert werden und auch jenen die Ehre erweisen, welche mich auf meinem harten Weg begleitet haben: Mein Lehrer Noriaki Kiguchi, Fightern wie Rumina Sato für ihr Vorbildliches auftreten. In zwanzig oder dreissig Jahren möchte ich als derjenige in Erinnerung bleiben, welcher neuen Japanischen Talenten den Weg geebnet hat.“

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